Über Kaffee

Kaffee ist nicht mehr wegzudenken aus unserem alltäglichen Leben. Doch wissen wir wenig darüber, wie Kaffee eigentlich so selbstverständlich wurde für uns. Die Ursprünge des Kaffees umranken viele Mythen. Wir halten uns im Folgenden an die historischen Fakten – die Geschichte ist nämlich aufregend genug.

Anerkannt ist, dass die Kaffee Pflanze aus Äthiopien stammt. Der Legende nach entdeckte der Hirte Kaldi, dessen Ziegen nach dem Verzehr der roten Kaffeekirschen aufgedreht herumsprangen, die Kaffeepflanze. Zum ersten mal wurde Kaffee in der Region Kaffa im Südwesten Äthiopiens bereits 900 n. Chr. erwähnt. Damals wurden die Blätter und getrockneten Kirschen, ähnlich wie Tee, in heißem Wasser aufgegossen und dann getrunken. Erst später, als Kaffee durch die arabische Welt ins Osmanische Reich und später nach Istanbul gelangte, entsprach die Zubereitung bereits stärker der heutigen Form. Die rohen, trockenen Samen (denn, streng genommen sind es keine Bohnen) wurden geröstet, fein gemahlen und in Wasser mehrfach aufgekocht. Im 16. Jahrhundert eröffneten in Istanbul die ersten Kaffeehäuser. Für Kaffeetrinker des damaligen Osmanischen Reichs war der Kaffeekonsum jedoch alles andere als ein „Kaffeekränzchen“. Unter dem Herrscher Murad IV war Kaffee sogar verboten, Kaffeehäuser wurden niedergerissen und Kaffeetrinker verfolgt und bestraft.

Die drei Wellen des Kaffees

Kaffee wächst zwar in den Hochlagen der (Sub-) Tropen; genauer gesagt in bergigen Ländern entlang des Äquators wie bspw. Äthiopien und Kolumbien. Aber die ausgeprägteste Kaffeekultur haben Europa, die Vereinigten Staaten und, überraschend, vor allem Japan. Hier gibt es eine sehr ausdifferenzierte Kaffeekultur. Inzwischen wird mehr Kaffee nach Japan importiert als nach Italien oder Frankreich. Von den Herstellerländern stellen Brasilien und Äthiopien Ausnahmen dar. Brasilien konsumiert nach den USA die zweitgrößte Menge Kaffee und Äthiopien hat gemessen an der Erntemenge den größten Eigenkonsum von allen Kaffeeländern. Hier zelebriert die ganze Familie bis zu drei Mal täglich die Kaffeezeremonie. Kaffee wurde lange wie Getreide und Soja gehandelt. Mittlerweile aber werden Kaffeekirschen mancherorts mit genauso viel Aufmerksamkeit und Respekt bedacht wie Trauben bei der Weinernte. Aus der Entwicklung der letzten Jahre können wir einen klaren Trend ableiten. Zuerst gab es die Welle der Massenmarkt Kaffees, dann die zweite Welle rund um zeitgemäße Kaffeehäuser. Heute gewinnen die Herkunftsländer, die vielfältigen Aromen und unterschiedlichen Anbauartenmethoden für Kaffeegenießer immer mehr an Bedeutung.

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